Sonntag, 5. April 2020




in den lüften


das brausen
folgte einem sog
in den trichter hinein
ein frischgelegtes ei
in der hand
warm und samtig glatt
es ist zum
in die hocke gehen
man läßt sich ein wenig los
auf eigene rechnung
gleitet durch den türspalt
ins freie
ist keiner mehr
was für eine erleichterung





Donnerstag, 26. März 2020




diesmal gibt es kein wohin
das ewige fluchttier
in uns ist gestellt
in den irrgärten unserer zeit
das waren die sieben fetten jahre
und nun sind sie vorbei
von allem wurde es viel zu viel
wahrscheinlich einschließlich
von uns selbst
warum sagt man die natur
hätte kein gefühl
wenn sie so haargenau zeigt
daß sie weiß




Sonntag, 15. März 2020




augenschein


ich seh dich
mit worten
darin bist du
wer
das ist mehr
als seltsam
woher
wo denn
eigentlich
bei lebendigem
astralleib
und die stimme ist
der wind –
der zweig –




Mittwoch, 4. März 2020




spiel


aufgelegt
zu nichts

aufgeblasen         
mehrsilbig
ausgesogen
abgehoben

sie ergeben sich nicht
für wen auch
halten sie sich
eigentlich

ich muß sie alle
stehenlassen
meinerseits
absteigen

jetzt kommen sie
einfach
angeflogen!




Donnerstag, 27. Februar 2020




wie ein kleines tier
wittert
eine leichte brise
erinnerungen
die niemand
behält




Mittwoch, 19. Februar 2020




um die augen herum
wird die haut dünn

vorsicht mit dem
was vor diese augen kommt

es ist besser zu blinzeln
im scharfen licht

(es ist die zeit der altersflecken
wann immer die zuerst auftauchten)

man kann sich verkriechen
in den dämmer der dinge
um aus ihrem innern
auf die welt zu blicken
man muß  nicht zu ihr gehören

im innersten dämmer
hört man auf




Montag, 3. Februar 2020




ich kann noch hören
wie ich verschwand

vertriebene zeit
sie verwechselt die toten
mit jenen die außer reichweite leben

der geschmack
wenn fleisch und gedanke
sich aus ihren formen lösen

nun die stunde
da das dunkel
nicht mehr sieht

und jahre können ungerechnet
durch jahre gehen